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Bistum Dresden Meissen
03. Februar 2026

„Wahrhaftigkeit heilt“ – Forum zur Versöhnung nach zwei Diktaturen in Folge

am Sonnabend, 28. Februar, von 9 bis 18.30 Uhr in der Propstei Chemnitz

Chemnitz. Unter dem Titel „Wahrhaftigkeit heilt – Versöhnung als kollektive Herausforderung nach zwei Diktaturen in Folge“ findet am Samstag, den 28. Februar 2026, von 9:00 bis 18:30 Uhr im Gemeindezentrum der Propsteikirche Chemnitz (Hohe Straße 1) ein ganztägiges Forum statt. Die Veranstaltung richtet sich an Versöhnungsinitiativen sowie an Menschen, die nach neuen Wegen der Aufarbeitung, Wahrheit und Versöhnung suchen und sich für den Zusammenhalt der Gesellschaft einsetzen. Auch Initiativen und Vereine, die sich in der Arbeit mit Zeitzeugen engagieren, und Menschen, die in der Beratung und Seelsorge wirken, sind besonders eingeladen.

Angesichts der tiefen Prägungen durch die nationalsozialistische und die SED-Diktatur stellt das Forum die Frage, wie eine wahrhaftige Erinnerungskultur und echte Versöhnung heute gelingen können – persönlich, gesellschaftlich und spirituell. Chemnitz, eine der säkularisiertesten Regionen Europas, bietet dafür einen besonderen historischen und gesellschaftlichen Kontext.

Vorträge und Gespräche

Der Vormittag ist geprägt von Impulsvorträgen und Gesprächen aus theologischer, historischer und psychohistorischer Perspektive. Zu den Referierenden zählen unter anderem Frank Richter (Theologe, Bürgerrechtler und Politiker), der über die Folgen zweier aufeinanderfolgender Diktaturen anhand der Chemnitzer Geschichte spricht, Stephan Tischendorf (Pfarrer, Nagelkreuzgemeinschaft e.V.) mit einem Beitrag zur versöhnlichen Erinnerungskultur aus christlicher Perspektive sowie Cornelia Stieler (Psychologin und systemische Therapeutin), die psychohistorische Zugänge zur Versöhnung beleuchtet.

Beispiele aus der Praxis

Am Nachmittag stehen konkrete Praxisbeispiele im Mittelpunkt: Vertreter von Schönwalds Erben e.V. berichten über die Suche nach Wahrheit und Verantwortung von Nachfahren aus der NS-Zeit. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit im Rahmen des langjährigen „Opfer-Täter“-Projekts, initiiert von Dr. Matthias Wanitschke (Thüringer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur), mit einem offenen Gespräch zwischen Hartmut Rosinger (ehem. Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi) und Peter Wulkau (Geschädigter).

In Worldcafés am späten Nachmittag sind die Teilnehmenden eingeladen, eigene Erfahrungen, Fragen und Perspektiven einzubringen. Die Ergebnisse werden gemeinsam priorisiert und vorgestellt. Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung durch die Veranstalter sowie die Einführung in eine freiwillige Fürbitteaktion am Abend.

Teilnehmerbeitrag: 25 Euro

Anmeldung bis 16. Februar 2026 an: holger.bartsch@evlks.de 

 

Eine Veranstaltung der Kulturkirche 2025 - Ein Verbund von Miteinander für Chemnitz e.V., Röm.-Kath. Pfarrei Hl. Mutter Theresa Chemnitz und Ev.-Luth. Kirchenbezirk Chemnitz anlässlich des Europäischen Kulturhauptstadtjahres Chemnitz 2025.