Iraks christliches Erbe. Vom Überleben im Zweistromland
Gesprächsabend der Katholischen Akademie am 16. März 2026 mit Dr. Matthias Kopp
Angesichts der Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die sich zu einem regionalen Krieg auszuweiten drohen, steht auch der Irak wieder im geopolitischen Fadenkreuz. Dem reichen Erbe und der prekären Situation der dort lebenden Christinnen und Christen widmet sich die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen am Montag, 16. März 2026 um 19.30 Uhr im Dresdner Haus der Kathedrale. Der Theologe, Archäologe und Journalist Dr. Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, bereiste den Nahen Osten jahrzehntelang und kennt die Region aus erster Hand. 2025 erschien sein umfassender Überblick „Iraks christliches Erbe“ im Verlag Herder. Sein Vortrag rückt die Aufmerksamkeit auf die zahlreichen christlichen Kirchen, die das Land zwischen Euphrat und Tigris historisch tief geprägt haben und sich trotz Kriegsfolgen und innenpolitischer Unsicherheit für den Wiederaufbau und ein friedliches Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen einsetzen.
Christinnen und Christen sind im heutigen Irak seit der Antike zu Hause. Doch besonders seit dem Sturz Saddam Husseins 2003 und dem Terrorregime des „Islamischen Staats“, der weite Teile des Landes eroberte, haben viele den Irak verlassen. Wenn es nicht zu einer politischen Wende kommt und stattdessen radikalisierende Weltbilder weiter zunehmen, droht das Christentum in einer seiner Ursprungsregionen zu erlöschen. Die Reise von Papst Franziskus in den Irak 2021 hingegen stellte auch den Mut derjenigen in den Vordergrund, die eine Zukunft im Land einfordern, sich in die wachsende Zivilgesellschaft einbringen und für eine friedliche Koexistenz der Religionen werben, wie sie über Jahrhunderte praktiziert wurde. Neben einer Einordnung, welche politische Rolle die christlichen Kirchen im Irak spielen, gibt Matthias Kopp auch aus erster Hand Einblicke in das diplomatische Agieren des Heiligen Stuhls in der Region.
Akademiedirektorin Dr. Ulrike Irrgang betont die aktuelle Relevanz der Veranstaltung: „Die christlichen Kirchen im Irak blicken auf zwei leidvolle und existenzbedrohende Jahrzehnte zurück. Der Einsatz vieler Christinnen und Christen zeigt jedoch: Das Christentum ist in der Region keineswegs dem Untergang geweiht, sondern kann zum Frieden beitragen. Allerdings tut Solidarität mit unseren Glaubensgeschwistern Not. Mit dem Abend im Kathedralforum Dresden wollen wir einen bescheidenen Beitrag leisten, dem mutigen Engagement aus dem Glauben heraus dort mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.“
Ausführliche Informationen zur Veranstaltung und die Möglichkeit zur Anmeldung erhalten Sie unter www.lebendig-akademisch.de.