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Bistum Dresden Meissen
Domkantor Felix Flath hält (an Laptop und Flügel) vom Dresdner Kapellknabeninstitut aus den Kurs „Kantoren- und Scholagesang". © Felix Flath
03. März 2021

Jährliche kirchenmusikalische Fortbildung für Ehren- und Nebenamtliche als online-Konferenz

Am Freitag, 27. Februar, und Samstag, 28. Februar 2021, fand die jährliche Fortbildung für ehren- und nebenamtliche Kirchenmusiker/-innen des Bistums Dresden-Meißen als online-Seminar per zoom-Konferenz statt.

Das Ziel des Vorbereitungsteams der Regionalkantoren aus Dresden, Leipzig und Zwickau bestand darin, eine zumindest teilweise adäquate Ausweichlösung für die beliebte Tagung anzubieten, welche corona-bedingt natürlich nicht, wie üblich, im „Bildungsgut Schmochtitz St. Benno“ (vormals Bischof-Benno-Haus) in Präsenzform stattfinden konnte.

Es war schnell klar, dass es keine Option ist, die Veranstaltung einfach nur abzusagen. Aber auch ein Verschieben in den Herbst kam nicht infrage, denn gerade in diesem Jubiläums-Jahr der 100-jährigen Wiedererrichtung des Bistums ist der Veranstaltungskalender bereits dicht mit zahlreichen zusätzlichen Terminen gefüllt.

Erfreulicherweise waren fast alle Dozenten, die bereits zugesagt hatten, sofort bereit, das Konzept ihres Kurses so umzuarbeiten, dass er auch im ungewohnten online-Format durchführbar ist. 

Somit war es möglich, alle der geplanten Themen „Einsingen im Chor“, „Kantoren- und Scholagesang“, „Chorleitung“, „NGL-Begleitung an der Orgel“ und „Grundkurs Orgelspiel“ von hauptamtlichen Kirchenmusikern des Bistums anbieten und behandeln zu können.

Aber auch die beiden Gastdozenten für Popularmusik von der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden stellten ihre schon ausgearbeiteten Konzepte so um, dass sie die Teilnehmer(innen) aus ihren Wohnungen durch das Internet mit auf die kurze Reise durch die Stilkunde dieser Welt („Latin, Blues, Gospel and more“) sowie Grundlagen der Improvisation („Solo, Fills, ad Lib Lines“) nehmen konnten.

Dieser thematische Schwerpunkt wurde auf Initiative der „Arbeitsgemeinschaft junger Musik im Bistum Dresden-Meißen“ erstmals in das Programm dieser Tagung aufgenommen. Der dreistündige Kurs erwies sich gleich als ein „Highlight“.

Es zeigte sich auch, wie durch solche gemeinsamen Projekte manche gegenseitigen Vorbehalte zwischen klassischer und neuerer geistlicher Musik abgebaut und Gräben geschlossen werden können.

Die Fortbildung wurde am Freitagnachmittag von den Regionalkantoren Thamm, Lidl und Klatte eröffnet, anschließend dankte die Leiterin der Hauptabteilung Pastoral und Verkündigung, Silke Meemken, den Versammelten in einem Grußwort für ihren wichtigen Dienst.

Der Liturgiereferent des Bistums, Pfr. Dr. Stephan George, gab in seinem Einführungsvortrag sehr interessante und hilfreiche Hinweise zur Gestaltung von Gottesdiensten ohne Gemeindegesang.

Nicht nur für das Publikum an den elektronischen Geräten, sondern auch für die Lehrkräfte war dieser Fernunterricht zum größten Teil eine neue Erfahrung. So ist es schon ungewohnt für einen Kantor oder Chorleiter, wenn er einen Einsatz gibt und dann nicht hört oder sieht, was am anderen Ende der Leitung passiert, da man ja trotz aller technischen Möglichkeiten bei einer so großen Gruppe doch nicht alles akustisch und optisch exakt wiedergeben kann. Dennoch war es sehr interessant, z.B. zu einem vorgespielten Ostinato-Modell, welches aus dem Lautsprecher erklingt, am E-Piano daheim zu improvisieren.

Überraschenderweise konnte man fast eine ununterbrochene Anwesenheit aller rund 40 Angemeldeten konstatieren, was einem nur geringfügigen Rückgang der Teilnehmerzahl im Vergleich zur „echten“ Veranstaltung entspricht.

In einer abschließenden Feedback-Runde am zweiten Tag herrschte große Einmütigkeit, daß es besser ist, eine Fortbildung in dieser Form abzuhalten als ausfallen zu lassen.

Kurz gesagt: nicht so schön wie eine reale Zusammenkunft, aber besser als keine Zusammenkunft.

Es wurde aber auch als Vorteil erkannt, dass man bei einer zoom-fortbildung an allen (nacheinander stattfindenden) Kursen teilnehmen kann. Dadurch waren fast alle workshops durchgehend sehr gut „besucht“.

Die Möglichkeit von online-Konferenzen wurde im Blick auf zukünftige Vorhaben einmütig nicht als Ersatz, wohl aber als eine praktische, zusätzliche Variante zu den „Live“-Tagungen angesehen.  

Auf jeden Fall spürte man auch hier die Sehnsucht, sich hoffentlich im nächsten Jahr wieder persönlich begegnen und austauschen zu können sowie miteinander lebendig zu musizieren.

André Klatte