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Bistum Dresden Meissen
18. Juni 2021

Ökologie und Ökumene in Deutzen

Taufgedächtnis mit Bischof Timmerevers und Landesbischof Bilz am 17. Juni 2021

Was wird aus der Kirche, wenn die Einwohner- und Katholikenzahlen abnehmen? In Deutzen, das zum Tagebaugebiet Mitteldeutschland gehört, entschied man sich dafür, die auf dem Abraum des Tagebaus Schleenhain erbaute katholische Kirche St. Konrad weiterhin für Gottesdienste zu nutzen, aber sich gerade an diesem Ort auch für die Umwelt zu engagieren. Katholische und evangelische Christen aus der Region gründeten dazu im Herbst 2017 einen Initiativkreis. Mittlerweile koordiniert Cäcilia Reiprich als Geschäftsführerin die Aktivitäten des ökumenischen Projektes „Ökokirche Deutzen“ und entstand der Verein Ökokirche Deutzen e.V. 

Die Kirche St. Konrad bot sich daher für den ökumenischen Taufgedächtnisgottesdienst im Vorfeld des Bistumsjubiläums geradezu an: Hier engagieren sich katholische und evangelische Christen gemeinsam für die uns Menschen anvertraute Schöpfung. Das kam an verschiedenen Stellen des Gottesdienstes – geleitet von den beiden Bischöfen sowie Kaplan Thomas Wiesner und Pfarrerin Ulrike Franke – zum Ausdruck. So hieß es etwa in den Fürbitten, „damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung“, und: „Lehre uns, den Wert von allen Dingen zu entdecken und voll Bewunderung zu betrachten; zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht.“

„Die verschiedenen Konfessionen sind wie Geschwister in einer Familie: Sie sind verschieden und gehören doch zusammen“, so formulierte Landesbischof Tobias Bilz sein Bild von Ökumene. Zu dem Gottesdienst hatte er seine eigene Taufurkunde von 1964 mitgebracht: „Sie ruft mir in Erinnerung: Egal, wie gut ich gerade glauben kann oder wie schwierig es ist – ich gehöre dazu, ich bin getauft!“

Bischof Heinrich Timmerevers bekannte, dass erst im Theologiestudium in ihm die Frage aufbrach: „Warum bin ich Christ? Wer ist Gott?“ Und er fand die Antwort: „Gott ist der, der mich über alle Maßen liebt.“ Halt, Richtung und Gelassenheit gebe ihm die Einsicht: „Du, Herr, bist der Weg und die Wahrheit und das Leben – für mich.“

Auch wenn die „Ökokirche Deutzen“ dem heiligen Konrad von Parzham geweiht ist – der heilige Petrus, landläufig für das Wetter zuständig, schickte mit hochsommerlichem Sonnenschein das ideale Wetter, um sich auf dem Gelände rund um die Kirche über das Projekt „Ökokirche Deutzen“ informieren zu lassen. Wie Christin Müller erläuterte, planen die Verantwortlichen, den Boden dort im Sinne der Permakultur zu bewirtschaften – als nachhaltiges Ökosystem, das die natürlichen Ressourcen wahrt und naturnahe Kreisläufe berücksichtigt.

Bereits vor zwei Jahren hatten Jugendliche im Rahmen einer 72-Stunden-Aktion auf dem Gelände ein Insektenhotel gebaut und passend dazu – als Nahrung für die Insekten – heimische Wildblumen ausgesät.

Bischof Timmerevers und Landesbischof Bilz wurden anschließend an die Informationen gebeten, selbst Hand anzulegen: Löcher in dicke Baumscheiben zu bohren und Samentütchen zu falten und zu befüllen – als Grundlage für ein Insektenhotel für den Ökumenischen Kindergarten in Meißen, den die beiden Bischöfe am Sonnabend, 19. Juni, besuchen werden.

Fotos + Text: Elisabeth Meuser

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