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Bistum Dresden Meissen

Impulse für den Alltag

von Markus Böhme

 An Sonntagen und an Hochfesten finden Sie hier einen kurzen geistlichen Impuls.

Fest der Taufe des Herrn - Lesejahr A

Spiele und Glaube

Für manche Spiele ist strategisches Denken wichtig, für andere braucht man eine große Portion Glück. Ziel fast jedes Spieles ist es, möglichst als erster ans Ziel zu gelangen. Wem das gelingt, der gewinnt das Spiel.

Ganz anders ist das mit unserem Glauben. Weder strategisches Können noch besonderes Glück sind dabei von Bedeutung. Denn das größte Glück ist Christen bereits in der Taufe widerfahren, die uns untrennbar hineinnimmt in die große Lebens- und Liebesgemeinschaft mit Gott. Wer diesem Gott sein Vertrauen schenkt, hat die notwendigen Voraussetzungen, damit der Glaubensweg gelingen kann.

Und im Gegensatz zu einem Spiel gehen wir gemeinsam unseren Weg. Es geht nicht darum, als erster ans Ziel zu kommen. Das wichtigste ist, dass wir alle das Ziel erreichen, nämlich die ewige Gemeinschaft mit Gott.

Wenn wir heute, am Fest der Taufe des Herrn, auch an unsere eigene Taufe denken, kann das Grund zum Dank, zur Freude, aber auch zum Ansporn sein, möglichst viele Menschen mitzunehmen auf dem Weg, der zu Gott und letztlich zum Leben führt.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien Gottes Segen!

2. Sonntag nach Weihnachten - Lesejahr A

Hinhören und Anpacken

„Es gibt viel zu tun, packen wir es an!“ – mit diesen Worten motivieren wir uns manchmal, um mit einer Aufgabe zu beginnen. Denn jegliches Zögern kann als Unentschlossenheit gewertet werden.

Damit wir aber nicht in blinden Aktionismus verfallen, ist ein Blick in das Johannesevangelium hilfreich: „Im Anfang war das Wort“ (Joh 1,1), heißt es da. Dieses göttliche Wort ist bereits am Beginn der Schöpfung am Werk. Und es nimmt in Jesus konkrete Menschengestalt an. Das feiern wir zu Weihnachten.

Gott ist keiner, der sich selbst genügt, sondern sich uns mitteilen möchte, weil er uns unendlich lieb hat. Allen, die auf ihn hören, ist eine großartige Zukunft versprochen.

Allerdings hat Gottes Wort nur da, wo es offene Herzen findet, eine Chance zu wirken und alles zum Guten zu verändern.

Auch wenn wir uns einiges für das eben begonnene Jahr vorgenommen haben, sollte unsere Devise lauten:
„Es gibt viel zu tun. Hören wir zunächst einmal hin, was uns Gott heute zu sagen hat!“ Und erst danach: „Packen wir es an!“

Ich wünsche allen einen gesegneten Sonntag!

Neujahr

Segenswünsche

Am Beginn eines neuen Jahres sprechen wir uns oft gute Wünsche zu: „Gesundes Neues!“ oder „Glückliches neues Jahr!“ ist da zu hören.

Doch auch Segenswünsche dürfen bei manchen nicht fehlen.
Im Segen des Aaron (Bruder des Mose) heißt es:

„Der HERR segne dich und behüte dich.
Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der HERR wende dein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“
(Num 6,24-26)

Weil Gott uns Menschen segnet, erfahren wir seinen Schutz, seine liebende Fürsorge und verzeihende Barmherzigkeit, die neue Perspektiven eröffnet, wissen wir uns beschenkt mit seinem göttlichen Frieden.

Machen aber auch wir uns diesen Segensspruch zu eigen! Wenden wir unseren Mitmenschen statt der kalten Schulter unser Gesicht zu! Begegnen wir einander auf Augenhöhe und nutzen wir jede uns bietende Möglichkeit, uns tatkräftig für den Frieden einzusetzen – zumindest in unserer unmittelbaren Umgebung.

Dann wird dieser Segenswunsch kein frommer Wunsch bleiben, sondern hier und heute Konsequenzen haben.

In diesem Sinne: Herzliche Segenswünsche für das neue Jahr 2020!

Fest der Heiligen Familie - Lesejahr A

Spannend

Es gibt Geschichten, die so spannend sind, dass wir das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen. Auch der Evangelist Matthäus erzählt eine spannende Geschichte über die Heilige Familie. Josef muss mit Maria und Jesus nach Ägypten fliehen, weil König Herodes aus Angst um seine Macht alle männlichen Kleinkinder töten ließ. Später können sie in ihre Heimat zurückkehren (vgl. Mt 2,13-23).

Nichts mit Weihnachtsromantik oder stiller Nacht. Probleme und Schwierigkeiten waren zu bestehen. Das gelang, weil sie ein unerschütterliches Gottvertrauen hatten und offen für sein Wort waren.

Mehrfach legten sie lange Wege zurück. Glaube bedeutet folglich auch, unterwegs zu sein und sich auf neue Weg einzulassen. 

Auch in unsere Familien geht es heute oft recht spannend zu. Das Leben ist eben keine Idealerzählung, sondern schreibt seine ganz eigene Geschichte.

Wo es uns jedoch – wie der Heiligen Familie – gelingt, Gott vorbehaltlos zu vertrauen und mit seiner Hilfe in guten, wie in weniger guten Zeiten zu rechnen, kann in unseren Familien trotz mancher Spannung das Zusammenleben gelingen.

Vielleicht ist es ja gerade das, was uns Gott heute zutraut und zumutet?!

 

Ich wünsche besonders allen Familien Gottes reichen Segen!

Fest des heiligen Stephanus - 2. Weihnachtstag

Vor allem aus Büchern und Filmen kennen wir Helden. Sie haben oft besondere Kräfte oder Fähigkeiten, bestehen manche Gefahr und retten, wenn es sein muss, die Welt.

Am zweiten Weihnachtstag feiern wir auch einen Helden: den heiligen Stephanus. Allerdings entspricht er nicht dem üblichen Bild, das wir von Helden haben. Er war Diakon in der ersten Gemeinde von Jerusalem und setzte sich eifrig für die christliche Botschaft ein. Weil die Religionsführer darin eine Gefahr für den jüdischen Glauben sahen, ließ man ihn steinigen (vgl. Apg 7,54-60).

Was macht Stephanus aber zum Helden?

Weil er in Jesus Christus den Garanten der Wahrheit und des Lebens sieht, setzt er sich mit aller Konsequenz für ihn ein. Und als er stirbt, betet er sogar noch für seine Feinde. 
Dies gelingt ihm, weil er von einem starken Gottvertrauen geprägt war.

Weihnachten ist nicht nur ein Fest der Freude und Liebe, sondern erinnert uns daran, dass es heute unsere Aufgabe ist, Jesus Christus und seine Botschaft in unserem Alltag zu bezeugen, selbst, wenn es dafür keinen Beifall gibt und wir auf Widerstände und Ablehnung stoßen.

Wer sich, wie Stephanus, vom Geist Gottes ergreifen, begeistern und leiten lässt, der ist auch heute ein Held – ein Held im christlichen Sinn.

 

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich gesegnete Weihnachtstage!

Weihnachten

Gott macht unser Leben komplett

Wer hat das nicht schon einmal erlebt? Man möchte ein Puzzle zusammensetzen, aber ein Teil fehlt. Das Motiv bleibt unvollständig.

Dass auch in unserer Gesellschaft etwas fehlt, wird zunehmend deutlich. In den vergangenen Wochen wurde viel für das Fest vorbereitet. Die Weihnachtsmärkte und der Einzelhandel haben wieder hohe Umsätze erzielt.

Doch immer weniger Menschen wissen, warum wir eigentlich Weihnachten feiern. 
Sollte uns Christen dies nicht nachdenklich stimmen?

Warum erzählen wir unseren Mitmenschen nicht voller Begeisterung, was der Ursprung und Sinn von Weihnachten ist? Es ist doch die schönste Botschaft überhaupt: Gott hat uns so sehr lieb, dass er selbst Mensch wird. So kann er uns auf Augenhöhe begegnen. Ohne ihn ist unser Leben nicht komplett.

Er begleitet uns auf unseren Lebenswegen und nur er schenkt uns die Hoffnung auf eine einzigartige Zukunft.

Wir feiern Weihnachten, weil Gott möchte, dass uns nichts mehr fehlt.
Wer ihm sein Herz öffnet, wird spüren: Jetzt ist mein Leben wirklich komplett.

Ich wünsche allen von Herzen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

4. Advent - Lesejahr A

Der Name ist Programm

Firmen, Reiseunternehmen und Versicherungen vermitteln den potentiellen Kunden: Unser Name ist Programm. Auf die Produkte oder Dienstleistungen, die wir anbieten, könnt ihr euch verlassen. Dahinter steht die Zusicherung von Qualität und Zuverlässigkeit.

Das Matthäusevangelium berichtet, wie ein Engel Josef im Traum erscheint (vgl. Mt 1,18-24). Und er macht klar, dass der Name des Gottessohnes, den seine Verlobte Maria gebären wird, ebenfalls Programm ist: „Immanuel – Gott ist mit uns“. So hatte es bereits der Prophet Jesaja vorhergesagt.

Im späteren Leben Jesu wurde dies konkret. Denn er sprach allen Menschen die bedingungslose Liebe Gottes zu.

Auch wir haben heute die Zusicherung, dass Gott uns niemals verlassen wird. Wer ihm sein Vertrauen schenkt, dessen Leben läuft nicht ins Leere. Der darf Gott immer an seiner Seite wissen und mit einer großartigen Zukunft rechnen.

Ich freue mich, dass ich an diesen Immanuel, den „Gott mit uns“, glauben darf. Denn ich kann mich hundertprozentig darauf verlassen: sein Name ist Programm.

Ich wünsche allen einen gesegneten 4. Advent!

3. Advent - Lesejahr A

Genau hinschauen

Manches erkennen wir nicht sofort auf Anhieb. Wer einen Text nicht entziffern oder eine gestellte Aufgabe nicht gleich lösen kann, muss eben noch ein zweites oder drittes Mal hinschauen. Das wirkt zuweilen Wunder.

Jesus trägt den Jüngern des Täufers auf, ihm zu berichten, was sie sehen (vgl. Mt 11,4). Denn Gott ist dort am Werk, wo Menschen Heilung erfahren und die Adressaten der frohmachenden Botschaft seiner Liebe sind.

Wenn es uns gelingt, diese Botschaft durch unsere Worte und Taten konkret werden zu lassen, wird Gottes Nähe auch hier und heute erfahrbar, hat er eine Chance, in unserer Welt und in unserem Leben anzukommen. 

Das geschieht allerdings oft ziemlich unscheinbar. Deshalb lohnt es sich, wirklich genau hinzuschauen. 

Lassen wir uns von der Adventszeit dazu ermutigen!

Ich wünsche allen einen gesegneten 3. Advent.

2. Advent - Lesejahr A

Einander annehmen?!

Mit einigen Menschen kommen wir wunderbar aus, bei anderen stimmt die Chemie einfach nicht. Die lassen wir besser links liegen, denn wir müssen uns das Leben nicht noch schwerer machen als es ohnehin ist.

Der Apostel Paulus will diese Einstellung, die es zu seiner Zeit schon gab, nicht gelten lassen. Vielmehr fordert er: „Nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes!“ (Röm 15,7)

Unsere Mitmenschen anzunehmen heißt, deren Grundbedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen und zu achten, sie so sein zu lassen, wie sie sind, und nicht, wie wir sie gern hätten. 

Diese Annahme wird dort konkret, wo wir einander mit dem Blick der Liebe begegnen, der zuerst das Gute sieht, das Gott in einem jeden von uns grundgelegt hat.

Je besser uns das gelingt, umso glaubwürdiger sind wir Botschafter der großartigen Liebe Gottes und umso überzeugender werden wir als Christen von unserer Umwelt wahrgenommen.

Dazu wünsche ich allen viel Kraft, Ausdauer, Geduld und Kreativität!

Gesegneten 2. Advent!

1. Advent - Lesejahr A

Wecker

Viele stellen sich einen Wecker, damit sie am Morgen zur gewünschten Zeit aufwachen, den Urlaubsflieger rechtzeitig erreichen oder damit das Frühstücksei nicht zu hart wird.
Der Wecker soll uns helfen, einen festgesetzten Zeitpunkt nicht zu verpassen.

„Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf“ (Röm 13,11), schreibt der Apostel Paulus. Ihm geht es aber nicht darum, die Menschen zu ermahnen, zu einer bestimmten Zeit am Morgen das Bett zu verlassen. Er will vielmehr, dass wir unsere Sinne schärfen für die Begegnung mit Jesus Christus und dafür wach sind. 

Versuchen wir in diesen Wochen des Adventes einmal wahrzunehmen, was unsere Wachsamkeit beeinträchtigt. Und dann sollte der zweite Schritt folgen: das, was uns beim Wach-Sein hindert, abzustellen, soweit das in unseren Kräften steht.

Wer sich darauf einlässt, wird bald feststellen, dass diese Art der Vorbereitung auch der eigenen Seele unheimlich guttut.

Unser Wecker kann uns an den Anspruch, wirklich wach zu sein, immer wieder erinnern!


Ich wünsche allen einen gesegneten 1. Advent!

Dekan Markus Böhme

 

Wenn Sie mit mir über meine Impulse ins Gespräch kommen möchten, erreichen Sie mich per E-Mail: markus.boehme(ät)heilige-familie-zwickau.de 

Sie finden mich auch bei Facebook und Twitter.

Die gesammelten Impulse für die Sonntage aller drei Lesejahre und für Hochfeste sind jetzt als Buch erschienen.

224 Seiten 19,80 €
ISBN: 9783947092116

Das Autorenhonorar geht an das Caritas Baby Hospital in Betlehem. Dort werden Kinder - unabhängig von Religion, Nationalität oder sozialem Status - behandelt.