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Bistum Dresden Meissen

Impulse für den Alltag

von Markus Böhme

 An Sonntagen und an Hochfesten finden Sie hier einen kurzen geistlichen Impuls.

5. Fastensonntag - Lesejahr A

Glaubst du das?

Manchmal werden wir gefragt: „Glaubst du, dass…“
Jemand möchte, dass wir eine Einschätzung aus unserer Sicht geben. Das kann, muss aber nicht zutreffen. Schließlich geht es nur um eine Vermutung.

Auch Jesus stellt die Frage „Glaubst du das?“ (Joh 11,26), und zwar an Marta, deren Bruder Lazarus gestorben war.

Ihm geht es allerdings nicht um eine Einschätzung irgendeiner Sache aus Martas Sicht. Auch will er nicht wissen, was sie vermutet.

Vielmehr möchte er, dass Marta sich klar positioniert, ob sie wirklich glaubt, dass Jesus die Auferstehung und das Leben ist, und dass er und nur er Zukunft schenken kann, Zukunft die die Grenzen unsere Welt und deshalb auch die Grenzen unseres Denkens weit übersteigt.

„Glaubst du das?“ - Nicht nur Marta wird die Frage gestellt, sondern auch einem jeden von uns. Und dieser Frage kann keiner ausweichen. Hier muss jeder ‚Farbe bekennen‘.

Freilich hat Jesus niemandem, der glaubt, ein sorgenfreies oder bequemes Leben versprochen. Doch er gibt uns die feste Zusage: Wer mir wirklich aus der Tiefe seines Herzens vertraut, der braucht nicht allein durchs Leben gehen. Ich bin immer für euch da – auch und gerade in den schweren Situationen. Und am Ende werde ich euch mit offenen Armen erwarten und in der neuen Zukunft bei und mit Gott willkommen heißen.

Wie ist meine Antwort, wenn Jesus mich heute fragt: „Glaubst du das?“

Ich wünsche allen einen gesegneten Sonntag!

 

Dazu der Video-Impuls

 

Verkündigung des Herrn (25. März)

Verkündigung des Herrn (25. März)

Heute, am Hochfest der Verkündigung des Herrn, gib es einen Video-Impuls

 

 

4. Fastensonntag - Lesejahr A

Blindheit

Unsere Augen sind wichtige Sinnesorgane. Meist bekommen wir das aber erst mit, wenn sie nicht mehr richtig funktionieren. Manche Menschen sehen kaum noch etwas, andere sind völlig erblindet.

Das Johannesevangelium erzählt, wie Jesus einen Blinden heilt (vgl. Joh 9,1-41). Und dieser kommt schließlich zum Glauben.

Auch wir gehen manchmal wie blind durch unseren Alltag, gefangen im Druck von Terminen und Verpflichtungen. Vieles andere sehen wir gar nicht mehr.

Ich wünsche uns die Erfahrung, dass durch die Begegnung mit Jesus Christus unser Blick klarer wird für das, was wirklich wichtig ist und im Leben tatsächlich zählt. Denn dann werden wir unsere Prioritäten mit Sicherheit ab und zu anders setzen.

Wer sich von Jesus die Augen öffnen lässt, der sieht weiter und tiefer.
Der ist bereit für ein glückliches und sinnerfülltes Leben.
Und letztlich ist er bereit für die Ewigkeit, die ausnahmslos allen von Gott angeboten wird.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Zeit!


Und hier der Video-Impuls

 

Heiliger Josef (19. März)

Ein Video-Impuls zum Hochfest des heiligen Josef

 

3. Fastensonntag - Lesejahr A

Die derzeitige Corona-Pandemie fordert uns gewaltig heraus. Alle öffentlichen Veranstaltungen wurden abgesagt. Auch unsere Gottesdienste finden nicht mehr als Gemeindegottesdienste statt.

Diese Situation macht vielen Angst. Denn die Gefahr einer Ansteckung lauert überall. Zudem wird vieles in unserem gewohnten Alltagsleben eingeschränkt.

Mir gibt die Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Christen in Rom eine gute Portion Gelassenheit. "Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen", heißt es da (Röm 5,5).

Der Glaube an Jesus Christus schenkt uns eine großartige Hoffnung, weil wir erfahren dürfen, dass er unseren Lebensweg begleitet und für uns immer da ist. Es ist eine Hoffnung, die uns weiterblicken lässt als die momentane Krise, die durch das Corona-Virus verursacht ist.

Ja, wer Jesus Christus vertraut, hat keinen Grund, sich zu fürchten.
Wohl aber den besten Grund zu hoffen.

Nutzen wir diese Fastenzeit auch dazu, uns unserer Hoffnung neu bewusst zu werden und aus ihr zu leben. Denn Hoffnung ist es, was wir selbst, was alle Menschen und unsere Welt gerade am dringendsten braucht.

 

Ich wünsche allen eine gesegnete Zeit!

Hier als Video:

2. Fastensonntag - Lesejahr A

Aufbruch

Jeder Umzug stellt für uns eine große Herausforderung dar. Es muss alles sorgfältig geplant werden, damit das Leben bald wieder in geordneten Bahnen weiterlaufen kann.

Auch Abraham zieht aus seiner Heimat weg. Er weiß allerdings nicht, wohin es geht. Er vertraut allein der Verheißung Gottes, ihn zu segnen und zu einem großen Volk zu machen. Nur mit dieser Zusage im Gepäck bricht er auf (vgl. Gen 12,1-4).

Manche von uns mögen das naiv nennen, Abraham nennt es Glauben. Denn Glaube heißt, ohne ‚Wenn und Aber‘ Gott zu vertrauen und sich immer wieder aus der eigenen Komfortzone locken zu lassen.

Auch die Kirche unserer Tage verändert sich. Nicht wenigen macht das Angst. Manche befürchten sogar deren Untergang.

Ich wünsche uns dieses Vertrauen des Abraham. Und ich wünsche uns den Mut, mit Gott an unserer Seite in die Zukunft aufzubrechen.
Reden wir nicht dem Pessimismus das Wort!
Wer wirklich aus der Tiefe seines Herzens glaubt, für den sollte klar sein, dass jeder Weg, den Gott uns führt, ein guter Weg ist.

Möge Gottes Segen alle Menschen bei ihrem Aufbruch begleiten!

1. Fastensonntag - Lesejahr A

Verzicht & Freiheit

Eine glänzende Karriere, ein üppiges Bankkonto, Ansehen und Einfluss – für manche Zeitgenossen scheint das Ziel und Sinn des Lebens zu sein.

Auch Jesus wird nach seiner 40-tägigen Fastenzeit in der Wüste vom Teufel – dem Urbild des Bösen – ein solches Angebot gemacht. Einzige Bedingung: er soll sich ihm unterwerfen (vgl. Mt 4,1-11). Doch Jesus macht deutlich, dass Gott allein Verehrung und Anbetung gebührt.

Die Fastenzeit will uns ermutigen, unser Streben und unsere Wünsche daraufhin zu überprüfen, ob sie uns tatsächlich Gott näherbringen. Denn er möchte, dass wir glücklich sind. Und nur von ihm dürfen wir eine Zukunft erwarten, die nicht an den Grenzen unserer Welt haltmacht.

Durchbrechen von Gewohnheiten, Auszeiten von der Hektik des Alltags und auch bewusster Verzicht können uns helfen, Gott neu und tiefer für unser Leben zu entdecken. Und dann werden auch wir – wie Jesus damals – die Freiheit spüren, die wir dadurch gewinnen.

Ich wünsche allen eine gesegnete Zeit!

Aschermittwoch

Der Aschermittwoch ist für viele ein eher trübseliger Tag. Zum einen ist die Faschingszeit nun endgültig vorbei, zum anderen werden wir an unsere Sterblichkeit erinnern, wenn uns mit Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet wird. Zudem erfolgt immer wieder die Mahnung, umzukehren.

Doch ist das tatsächlich nur trübselig?

Der Prophet Joel, der die Menschen zur Buße aufruft, erklärt: der „Herr ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Huld“ (Joel 2,13).

Gott rechnet uns nicht vor, was wir falsch gemacht haben. Er wendet sich nicht von uns ab, sondern beschenkt uns mit seiner bedingungslosen Liebe. Er gibt nicht einfach auf, sondern lässt den Menschen Zeit, zu ihm zurückzufinden, weil er möchte, dass wir wirklich glücklich werden.

Auch sollte uns klar sein: Das Ziel der österlichen Bußzeit ist nicht das Fasten oder eine traurige Stimmung, sondern die Osterfreude. Deshalb dürfen wir den Aufruf zur Umkehr mit frohem Herzen in unserem Leben konkret werden lassen.

Dazu wünsche ich allen Gottes Segen!

7. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr A

Liebe ohne Vorbehalt

Wenn mir jemand wohlgesonnen ist, dann werde ich das ebenso ihm gegenüber sein. Wir leben schließlich oft nach der Regel: „Wie du mir, so ich dir“.

Jesus allerdings möchte, dass wir darüber hinausgehen. „Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten?“ (Mt 5,46), fragt er seine Jünger. Und er macht klar, dass Handeln aus dem christlichen Geist mehr als diese Gegenseitigkeit bedeutet, die Feindesliebe inbegriffen.

Ich bin der festen Überzeugung, in unserer Gesellschaft würde es um einiges besser aussehen, wenn es uns gelänge, den Worten Jesu unsere Aufmerksamkeit zu schenken. Statt nur die eigenen Positionen als alternativlos zu verteidigen und Andersdenkende auszugrenzen und zu diffamieren, wäre es hilfreich, aufeinander zu hören, sachlich miteinander zu diskutieren und fair miteinander umzugehen.

Wir müssen dem Anderen nicht gleich um den Hals fallen. Aber ihn so zu akzeptieren, wie er ist, brächte uns dem, was Jesus will, schon um einiges näher. Und es würde helfen, die Spaltung in unserer Gesellschaft zu heilen.

Ich wünsche uns die Erfahrung der vorbehaltlosen Liebe Gottes und den Mut, diese als Maßstab für das eigene Leben zu nehmen!

Gott begleite uns dabei mit seinem Segen.

6. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr A

Christliche Checkliste

Checklisten sind hilfreich und manchmal auch unbedingt notwendig. Eine solche Checkliste kann man z.B. beim Einkaufen oder bei der Organisation eines Festes abarbeiten und darf dann sicher sein, nichts vergessen zu haben.

Jesus kritisiert die Pharisäer und Schriftgelehrten, die meinen, auch für den Glauben reiche es aus, so etwas wie Checklisten abzuarbeiten, d.h. rein äußerlich die Gebote und Verbote der jüdischen Religion einzuhalten (vgl. Mt 5,20).

Damit mahnt er seine Zuhörer, dass es Gott nicht darum geht, peinlichst genau die jüdischen Gesetzesvorschriften zu beachten.

Würde Jesus denen, die ihm nachfolgen, eine Checkliste mitgeben, würde darauf wohl nur ein Wort stehen: „Liebe!“
Wenn wir einander mit dem Blick der Liebe begegnen, wenn unser Handeln in der göttlichen Liebe begründet ist, erfüllen wir den Auftrag Jesu.

Der heilige Augustinus bringt es auf den Punkt: „Liebe - und dann tue, was du willst.“

Die christliche Checkliste ist also eindeutig.
Fangen wir am besten heute noch damit an, sie „abzuarbeiten“!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Zeit.

5. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr A

Licht

Vor kurzem habe ich mir für Renovierungsarbeiten einen Baustrahler angeschafft. Der leuchtet selbst dunkle Ecken hell aus. Und er erinnert mit an Jesus, der sagt: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14).

Ein Baustrahler leuchtet nicht aus sich selbst heraus. Ich muss ihn über ein Kabel und einen Stecker an eine Steckdose anschließen. Und nur, wenn Strom anliegt, es also eine Energiequelle gibt, funktioniert er.

Übertragen auf uns heißt das: nicht aufgrund unserer eigenen Ideen und Vorstellungen sollen wir die Welt heller machen. Vielmehr besteht unsere Taufberufung darin, die Menschen mit Jesus in Berührung zu bringen. Er ist unsere Energiequelle, ohne ihn gibt es keinen Glauben. Nur wenn wir aus der tiefen Verbundenheit mit ihm leben, dann strahlt das aus, wird unser Leben und unsere Welt ein klein wenig heller.

Wir sollen – im Bild gesprochen – nicht trübe Funzeln, sondern Strahler sein. Allerdings kann Licht auch blenden, wenn z.B. mein Baustrahler so eingestellt ist, dass er mir direkt ins Gesicht leuchtet. Das ist sehr unangenehm.

Deshalb sollten wir unseren Glauben authentisch leben, damit wir keine Blender sind, sondern wirklich das, was Jesus von uns möchte, nämlich Licht der Welt.

Ich wünsche allen eine gesegnete Zeit!

Fest der Darstellung des Herrn (2. Februar)

Heilsbringer

Heutzutage treten viele als Heilsbringer auf: Politiker, Anführer verschiedener Bewegungen, Wirtschaftsbosse und manche andere mehr. Doch früher oder später stellt sich auch hier die Erkenntnis ein: es sind doch nur Menschen, die wollen, dass ihre oftmals begrenzten Ideen allgemeinverbindlich gelten.

„Meine Augen haben das Heil gesehen“ (Lk 2,30), sagte der greise Simeon vor fast 2000 Jahren im Tempel von Jerusalem. Entsprechend dem jüdischen Gesetz wird Jesus in den Tempel gebracht und Gott geweiht. Und da erkennt Simeon die tatsächliche Bedeutung dieses kleinen Kindes. Jesus und nur er ist es, der dieser Welt Heil bringen kann. Auf diesen Heilsbringer hat er sein Leben lang gewartet.

Geben auch wir uns nicht vorschnell mit Menschen zufrieden, die vorgeben, das allesumfassende Heil gepachtet zu haben!
Zeigen wir durch unser Leben, dass Jesus Christus der einzige und wahre Heilsbringer ist.
Und laden wir andere zur Begegnung mit ihm ein!

 

Ich wünsche eine gesegnete Zeit!

3. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr A

Fachkräfte gesucht

In bestimmten Regionen und Branchen werden dringend Fachkräfte gesucht. Denn manche Stellen bleiben immer häufiger unbesetzt.

Bereits vor ca. 2000 Jahren machte sich Jesus auf die Suche nach geeigneten Fachkräften. Er brauchte Menschen, die bereit waren, die Frohe Botschaft weiterzuerzählen und andere einzuladen, Gott zum Mittelpunkt ihres Lebens zu machen (vgl. Mt 4,12-23).

Doch welche Qualifikationen braucht man als Fachkraft Jesu?

Eine gehörige Portion Mut ist dafür unabdingbar, um manches Alte hinter sich zu lassen und neue Wege einzuschlagen.
Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, mit Misserfolgen und Ablehnung umgehen zu können.
Weiterhin wird ein offenes Herz benötigt, um anderen vorurteilsfrei zu begegnen.
Und natürlich muss jeder, der als Fachkraft für Jesus wirken will, selbst von der einzigartigen Hoffnung getragen sein, die die Frohe Botschaft bietet: dass Gott uns lieb hat und uns auch nach diesem irdischen Leben eine Zukunft anbietet.
Selbstverständlich sind auch Freude und Begeisterung wichtige Voraussetzungen, damit etwas ausstrahlt und so die Menschen neugierig werden.

Ja, Jesus sucht Fachkräfte – damals und auch heute.
Lassen wir uns von ihm anwerben?

Ich wünsche allen einen gesegneten Sonntag!

2. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr A

Sehnsucht

„Alles beginnt mit der Sehnsucht“ hat die Dichterin Nelly Sachs einmal geschrieben. Sehnsucht lässt mich unruhig werden, weil mir bewusst wird, dass es mehr geben muss, dass ich noch nicht am Ziel bin.

Johannes der Täufer, von dem der Evangelist Johannes berichtet, ist ein Sinnbild für diese Sehnsucht. Mit seiner eigenen tiefen Sehnsucht nach Gott will er jene, die zu ihm an den Jordan kommen, anstecken. (vgl. Joh 1,29-34)

Auch wir Christen können andere nur dann zum Glauben an Gott einladen, wenn wir selbst von dieser Sehnsucht nach ihm erfüllt sind.  

Doch haben wir wirklich Sehnsucht? Oder geben wir uns nicht viel zu häufig mit dem, was ist und was wir haben, zufrieden?

Sehnsucht ist jedoch notwendig, damit ich überhaupt losgehe, neugierig werde und dann schließlich den entdecken kann, der mir ein Leben in Fülle anbietet.

Diese Sehnsucht wünsche ich allen von Herzen!

 

Gesegneten Sonntag!

Fest der Taufe des Herrn - Lesejahr A

Spiele und Glaube

Für manche Spiele ist strategisches Denken wichtig, für andere braucht man eine große Portion Glück. Ziel fast jedes Spieles ist es, möglichst als erster ans Ziel zu gelangen. Wem das gelingt, der gewinnt das Spiel.

Ganz anders ist das mit unserem Glauben. Weder strategisches Können noch besonderes Glück sind dabei von Bedeutung. Denn das größte Glück ist Christen bereits in der Taufe widerfahren, die uns untrennbar hineinnimmt in die große Lebens- und Liebesgemeinschaft mit Gott. Wer diesem Gott sein Vertrauen schenkt, hat die notwendigen Voraussetzungen, damit der Glaubensweg gelingen kann.

Und im Gegensatz zu einem Spiel gehen wir gemeinsam unseren Weg. Es geht nicht darum, als erster ans Ziel zu kommen. Das wichtigste ist, dass wir alle das Ziel erreichen, nämlich die ewige Gemeinschaft mit Gott.

Wenn wir heute, am Fest der Taufe des Herrn, auch an unsere eigene Taufe denken, kann das Grund zum Dank, zur Freude, aber auch zum Ansporn sein, möglichst viele Menschen mitzunehmen auf dem Weg, der zu Gott und letztlich zum Leben führt.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien Gottes Segen!

2. Sonntag nach Weihnachten - Lesejahr A

Hinhören und Anpacken

„Es gibt viel zu tun, packen wir es an!“ – mit diesen Worten motivieren wir uns manchmal, um mit einer Aufgabe zu beginnen. Denn jegliches Zögern kann als Unentschlossenheit gewertet werden.

Damit wir aber nicht in blinden Aktionismus verfallen, ist ein Blick in das Johannesevangelium hilfreich: „Im Anfang war das Wort“ (Joh 1,1), heißt es da. Dieses göttliche Wort ist bereits am Beginn der Schöpfung am Werk. Und es nimmt in Jesus konkrete Menschengestalt an. Das feiern wir zu Weihnachten.

Gott ist keiner, der sich selbst genügt, sondern sich uns mitteilen möchte, weil er uns unendlich lieb hat. Allen, die auf ihn hören, ist eine großartige Zukunft versprochen.

Allerdings hat Gottes Wort nur da, wo es offene Herzen findet, eine Chance zu wirken und alles zum Guten zu verändern.

Auch wenn wir uns einiges für das eben begonnene Jahr vorgenommen haben, sollte unsere Devise lauten:
„Es gibt viel zu tun. Hören wir zunächst einmal hin, was uns Gott heute zu sagen hat!“ Und erst danach: „Packen wir es an!“

Ich wünsche allen einen gesegneten Sonntag!

Neujahr

Segenswünsche

Am Beginn eines neuen Jahres sprechen wir uns oft gute Wünsche zu: „Gesundes Neues!“ oder „Glückliches neues Jahr!“ ist da zu hören.

Doch auch Segenswünsche dürfen bei manchen nicht fehlen.
Im Segen des Aaron (Bruder des Mose) heißt es:

„Der HERR segne dich und behüte dich.
Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der HERR wende dein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“
(Num 6,24-26)

Weil Gott uns Menschen segnet, erfahren wir seinen Schutz, seine liebende Fürsorge und verzeihende Barmherzigkeit, die neue Perspektiven eröffnet, wissen wir uns beschenkt mit seinem göttlichen Frieden.

Machen aber auch wir uns diesen Segensspruch zu eigen! Wenden wir unseren Mitmenschen statt der kalten Schulter unser Gesicht zu! Begegnen wir einander auf Augenhöhe und nutzen wir jede uns bietende Möglichkeit, uns tatkräftig für den Frieden einzusetzen – zumindest in unserer unmittelbaren Umgebung.

Dann wird dieser Segenswunsch kein frommer Wunsch bleiben, sondern hier und heute Konsequenzen haben.

In diesem Sinne: Herzliche Segenswünsche für das neue Jahr 2020!

Fest der Heiligen Familie - Lesejahr A

Spannend

Es gibt Geschichten, die so spannend sind, dass wir das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen. Auch der Evangelist Matthäus erzählt eine spannende Geschichte über die Heilige Familie. Josef muss mit Maria und Jesus nach Ägypten fliehen, weil König Herodes aus Angst um seine Macht alle männlichen Kleinkinder töten ließ. Später können sie in ihre Heimat zurückkehren (vgl. Mt 2,13-23).

Nichts mit Weihnachtsromantik oder stiller Nacht. Probleme und Schwierigkeiten waren zu bestehen. Das gelang, weil sie ein unerschütterliches Gottvertrauen hatten und offen für sein Wort waren.

Mehrfach legten sie lange Wege zurück. Glaube bedeutet folglich auch, unterwegs zu sein und sich auf neue Weg einzulassen. 

Auch in unsere Familien geht es heute oft recht spannend zu. Das Leben ist eben keine Idealerzählung, sondern schreibt seine ganz eigene Geschichte.

Wo es uns jedoch – wie der Heiligen Familie – gelingt, Gott vorbehaltlos zu vertrauen und mit seiner Hilfe in guten, wie in weniger guten Zeiten zu rechnen, kann in unseren Familien trotz mancher Spannung das Zusammenleben gelingen.

Vielleicht ist es ja gerade das, was uns Gott heute zutraut und zumutet?!

 

Ich wünsche besonders allen Familien Gottes reichen Segen!

Fest des heiligen Stephanus - 2. Weihnachtstag

Vor allem aus Büchern und Filmen kennen wir Helden. Sie haben oft besondere Kräfte oder Fähigkeiten, bestehen manche Gefahr und retten, wenn es sein muss, die Welt.

Am zweiten Weihnachtstag feiern wir auch einen Helden: den heiligen Stephanus. Allerdings entspricht er nicht dem üblichen Bild, das wir von Helden haben. Er war Diakon in der ersten Gemeinde von Jerusalem und setzte sich eifrig für die christliche Botschaft ein. Weil die Religionsführer darin eine Gefahr für den jüdischen Glauben sahen, ließ man ihn steinigen (vgl. Apg 7,54-60).

Was macht Stephanus aber zum Helden?

Weil er in Jesus Christus den Garanten der Wahrheit und des Lebens sieht, setzt er sich mit aller Konsequenz für ihn ein. Und als er stirbt, betet er sogar noch für seine Feinde. 
Dies gelingt ihm, weil er von einem starken Gottvertrauen geprägt war.

Weihnachten ist nicht nur ein Fest der Freude und Liebe, sondern erinnert uns daran, dass es heute unsere Aufgabe ist, Jesus Christus und seine Botschaft in unserem Alltag zu bezeugen, selbst, wenn es dafür keinen Beifall gibt und wir auf Widerstände und Ablehnung stoßen.

Wer sich, wie Stephanus, vom Geist Gottes ergreifen, begeistern und leiten lässt, der ist auch heute ein Held – ein Held im christlichen Sinn.

 

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich gesegnete Weihnachtstage!

Weihnachten

Gott macht unser Leben komplett

Wer hat das nicht schon einmal erlebt? Man möchte ein Puzzle zusammensetzen, aber ein Teil fehlt. Das Motiv bleibt unvollständig.

Dass auch in unserer Gesellschaft etwas fehlt, wird zunehmend deutlich. In den vergangenen Wochen wurde viel für das Fest vorbereitet. Die Weihnachtsmärkte und der Einzelhandel haben wieder hohe Umsätze erzielt.

Doch immer weniger Menschen wissen, warum wir eigentlich Weihnachten feiern. 
Sollte uns Christen dies nicht nachdenklich stimmen?

Warum erzählen wir unseren Mitmenschen nicht voller Begeisterung, was der Ursprung und Sinn von Weihnachten ist? Es ist doch die schönste Botschaft überhaupt: Gott hat uns so sehr lieb, dass er selbst Mensch wird. So kann er uns auf Augenhöhe begegnen. Ohne ihn ist unser Leben nicht komplett.

Er begleitet uns auf unseren Lebenswegen und nur er schenkt uns die Hoffnung auf eine einzigartige Zukunft.

Wir feiern Weihnachten, weil Gott möchte, dass uns nichts mehr fehlt.
Wer ihm sein Herz öffnet, wird spüren: Jetzt ist mein Leben wirklich komplett.

Ich wünsche allen von Herzen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

4. Advent - Lesejahr A

Der Name ist Programm

Firmen, Reiseunternehmen und Versicherungen vermitteln den potentiellen Kunden: Unser Name ist Programm. Auf die Produkte oder Dienstleistungen, die wir anbieten, könnt ihr euch verlassen. Dahinter steht die Zusicherung von Qualität und Zuverlässigkeit.

Das Matthäusevangelium berichtet, wie ein Engel Josef im Traum erscheint (vgl. Mt 1,18-24). Und er macht klar, dass der Name des Gottessohnes, den seine Verlobte Maria gebären wird, ebenfalls Programm ist: „Immanuel – Gott ist mit uns“. So hatte es bereits der Prophet Jesaja vorhergesagt.

Im späteren Leben Jesu wurde dies konkret. Denn er sprach allen Menschen die bedingungslose Liebe Gottes zu.

Auch wir haben heute die Zusicherung, dass Gott uns niemals verlassen wird. Wer ihm sein Vertrauen schenkt, dessen Leben läuft nicht ins Leere. Der darf Gott immer an seiner Seite wissen und mit einer großartigen Zukunft rechnen.

Ich freue mich, dass ich an diesen Immanuel, den „Gott mit uns“, glauben darf. Denn ich kann mich hundertprozentig darauf verlassen: sein Name ist Programm.

Ich wünsche allen einen gesegneten 4. Advent!

3. Advent - Lesejahr A

Genau hinschauen

Manches erkennen wir nicht sofort auf Anhieb. Wer einen Text nicht entziffern oder eine gestellte Aufgabe nicht gleich lösen kann, muss eben noch ein zweites oder drittes Mal hinschauen. Das wirkt zuweilen Wunder.

Jesus trägt den Jüngern des Täufers auf, ihm zu berichten, was sie sehen (vgl. Mt 11,4). Denn Gott ist dort am Werk, wo Menschen Heilung erfahren und die Adressaten der frohmachenden Botschaft seiner Liebe sind.

Wenn es uns gelingt, diese Botschaft durch unsere Worte und Taten konkret werden zu lassen, wird Gottes Nähe auch hier und heute erfahrbar, hat er eine Chance, in unserer Welt und in unserem Leben anzukommen. 

Das geschieht allerdings oft ziemlich unscheinbar. Deshalb lohnt es sich, wirklich genau hinzuschauen. 

Lassen wir uns von der Adventszeit dazu ermutigen!

Ich wünsche allen einen gesegneten 3. Advent.

2. Advent - Lesejahr A

Einander annehmen?!

Mit einigen Menschen kommen wir wunderbar aus, bei anderen stimmt die Chemie einfach nicht. Die lassen wir besser links liegen, denn wir müssen uns das Leben nicht noch schwerer machen als es ohnehin ist.

Der Apostel Paulus will diese Einstellung, die es zu seiner Zeit schon gab, nicht gelten lassen. Vielmehr fordert er: „Nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes!“ (Röm 15,7)

Unsere Mitmenschen anzunehmen heißt, deren Grundbedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen und zu achten, sie so sein zu lassen, wie sie sind, und nicht, wie wir sie gern hätten. 

Diese Annahme wird dort konkret, wo wir einander mit dem Blick der Liebe begegnen, der zuerst das Gute sieht, das Gott in einem jeden von uns grundgelegt hat.

Je besser uns das gelingt, umso glaubwürdiger sind wir Botschafter der großartigen Liebe Gottes und umso überzeugender werden wir als Christen von unserer Umwelt wahrgenommen.

Dazu wünsche ich allen viel Kraft, Ausdauer, Geduld und Kreativität!

Gesegneten 2. Advent!

1. Advent - Lesejahr A

Wecker

Viele stellen sich einen Wecker, damit sie am Morgen zur gewünschten Zeit aufwachen, den Urlaubsflieger rechtzeitig erreichen oder damit das Frühstücksei nicht zu hart wird.
Der Wecker soll uns helfen, einen festgesetzten Zeitpunkt nicht zu verpassen.

„Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf“ (Röm 13,11), schreibt der Apostel Paulus. Ihm geht es aber nicht darum, die Menschen zu ermahnen, zu einer bestimmten Zeit am Morgen das Bett zu verlassen. Er will vielmehr, dass wir unsere Sinne schärfen für die Begegnung mit Jesus Christus und dafür wach sind. 

Versuchen wir in diesen Wochen des Adventes einmal wahrzunehmen, was unsere Wachsamkeit beeinträchtigt. Und dann sollte der zweite Schritt folgen: das, was uns beim Wach-Sein hindert, abzustellen, soweit das in unseren Kräften steht.

Wer sich darauf einlässt, wird bald feststellen, dass diese Art der Vorbereitung auch der eigenen Seele unheimlich guttut.

Unser Wecker kann uns an den Anspruch, wirklich wach zu sein, immer wieder erinnern!


Ich wünsche allen einen gesegneten 1. Advent!

Dekan Markus Böhme

 

Wenn Sie mit mir über meine Impulse ins Gespräch kommen möchten, erreichen Sie mich per E-Mail: markus.boehme(ät)heilige-familie-zwickau.de 

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Die gesammelten Impulse für die Sonntage aller drei Lesejahre und für Hochfeste sind jetzt als Buch erschienen.

224 Seiten 19,80 €
ISBN: 9783947092116

Das Autorenhonorar geht an das Caritas Baby Hospital in Betlehem. Dort werden Kinder - unabhängig von Religion, Nationalität oder sozialem Status - behandelt.