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Bistum Dresden Meissen

Adveniat

für die Menschen in Lateinamerika

Adveniat ist das Hilfswerk der Katholiken in Deutschland für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik. Konkret setzt Adveniat sich für eine Kirche im Geiste des II. Vatikanischen Konzils ein.

Gast zur Weihnachtsaktion 2019

Ricardo Crespo Torrico ist Agraringenieur und leitet die "Pastoral de la tierra", ein Projekt für nachhaltige Landwirtschaft in der Gemeinde Tapacari in der Nähe von Cochabamba. © Foto: Steffen/Adveniat Ricardo Crespo Torrico ist Agraringenieur und leitet die "Pastoral de la tierra", ein Projekt für nachhaltige Landwirtschaft in der Gemeinde Tapacari in der Nähe von Cochabamba. Foto: Steffen/Adveniat

 „Wo es genug zu essen gibt, herrscht Frieden“ Ricardo Crespo Torrico

Den hungernden Bauern lehrt er alternative und ökologische Agrarmethoden und packt selbst tatkräftig mit an: Ricardo Crespo Torrico ist Agrarökonom und Seelsorger, Bauer und Wissenschaftler.


Am 4. und 5. Dezember 2019 besucht er unser Bistum und ist zu Gast in Aue.


„Gott hat die Welt geschaffen und sah, dass es gut war. Wir sind nun verantwortlich dafür, dass seine Schöpfung am Leben bleibt“, sagt Ricardo Crespo Torrico. Seit 35 Jahren setzt er sich im bolivianischen Tapacarí, 80 Kilometer westlich der Großstadt Cochabamba, dafür ein, dass Bauern von ihrer Ernte leben können und nicht in die Städte fliehen müssen. Vermittlung von Wissen, Glauben und Selbstbewusstsein stehen dabei für ihn im Mittelpunkt.

Ricardo Crespo hat studiert und spricht akzentfreies Spanisch, doch seine Muttersprache ist Quechua und sein Herz bei den andinen Bauern. In seiner Studienzeit verbrachte er jeden freien Tag in den Anden und legte zusammen mit den Bauern Terrassenfelder an, bei denen das Regenwasser gefiltert und länger gespeichert wird ausschlaggebend in der regenarmen Region. Die Technik war auch schon frühesten indigenen Kulturen bekannt, ist jedoch verloren gegangen. Genauso wie die Kenntnisse über Mineralien und Mikronährstoffe, die reichlich in den Felsen vorhanden sind und guten Dünger abgeben.

„Keiner hier hat sich vorstellen können, dass aus dieser Erde mehr herauszuholen ist als winzige Kartoffeln und ein wenig Mais“, erinnert sich der 57-jährige Agrarökonom, der zum Team der Pfarrei des deutschen Priesters Axel Gerling gehört und in der Umwelt-Pastoral arbeitet. Eine Seelsorge, die an der Natur orientiert ist und vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt wird. Bei Erntedank-Messen präsentieren die Bauern ihre Ernte und lassen sie segnen, sie werden seelsorgerisch begleitet und landwirtschaftlich beraten.

Ihre Ernte ist heute so gut, dass sie davon nicht nur leben können, sondern durch den Verkauf zusätzliche Einnahmen erzielen. Ein riesiger Erfolg, denn vor 30 Jahren, als das Projekt begann, hungerten die meisten Bauern, trotz harter Arbeit. In die Zukunft blickt Ricardo daher positiv: „Die Menschen hier arbeiten nachhaltig, sorgen für sich und die kommenden Generationen. Gewalt und Unzufriedenheit haben stark nachgelassen, denn dort, wo es genug zu essen gibt, herrscht Frieden.“

Text: Christina Weise

Adveniat stellt sich vor

Adveniat ist das Hilfswerk der Katholiken in Deutschland für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik. Der zweiten Vaterunser-Bitte (lateinisch: „adveniat regnum tuum“) ist der Name Adveniat entnommen. Es handelt sich um die Grundlage des christlichen Glaubens an die Verheißung des Reiches Gottes. „Dein Reich komme.“ Adveniat will mitbauen an diesem Reich Gottes, das mit dem Kommen Jesu angebrochen ist. In dieses Reich Gottes sind alle eingeladen (Mt 22,1–10), vor allem die Armen, die Entrechteten, die Kranken und die Not Leidenden.

In Ländern Lateinamerikas und der Karibik leben große Teile der Bevölkerung nach wie vor in Armut. In den Staaten, die sich in den letzten Jahren wirtschaftlich entwickelt haben, geht die Schere zwischen einer kleinen Gruppe Reicher und einer größer werdenden Gruppe Armer immer weiter auseinander. Die wirtschaftliche Entwicklung geht an weiten Teilen der Bevölkerung vorbei. Gerechtigkeit für alle Menschen und besonders für die Armen ist noch lange nicht erreicht.Adveniat möchte erreichen, dass alle Menschen ein „Leben in Fülle“ (Joh 10,10) führen können. Konkret setzen wir uns ein für eine Kirche und Welt,

in der das Leben, die Teilhabe und die Zukunft eines jeden Menschen gesichert sind;in der Menschen verschiedener Kulturen einander achten und stärken;in der Wissen und Ressourcen dem Wohl aller dienen;in der die Schöpfung bewahrt wird;in der die Menschenrechte geachtet werdenund in der die Nächstenliebe Richtschnur des Handelns ist.

Weitere Informationen zum Bischöflichen Hilfswerk Adveniat mit Sitz in Essen finden Sie hier.

Ansprechpartner

Ulrich Clausen
Referent
0351 3364-705

Adresse

Käthe-Kollwitz-Ufer 84
01309 Dresden