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Bistum Dresden Meissen
07. Juli 2021

Klar Schiff in Richtung Zukunft

Zukunftswerkstatt Kinder- und Jugendarbeit setzt starkes Signal der Gemeinschaft und des Aufbruchs

Ein starkes Signal geht von diesem 3. Juli 2021 aus: Die Kinder- und Jugendarbeit im Bistum Dresden-Meißen ist ein zentrales Arbeitsfeld für die Gegenwart und Zukunft des katholischen Lebens in Sachsen und Ostthüringen. Und es gibt zahlreiche Engagierte, die gemeinsam diese Zukunft gestalten wollen: Jugendliche und Erwachsene, Haupt- und Ehrenamtliche, Personen aus Ortkirchenräten, Gruppenleiterinnen und -leiter, Gemeindereferentinnen und -referenten, Eltern, Schulseelsorgerinnen und -seelsorger, Kapläne – sie alle sind bereit, sich für die Kinder- und Jugendarbeit von morgen einzusetzen.

Wie genau dieses Bild einer Kinder- und Jugendarbeit von morgen aussehen könnte, auf welche Bedarfe sie eingehen und welche Angebote sie machen sollte, welche Rahmenbedingungen aber auch welches Umdenken es für die Umsetzung bestimmter Ideen bräuchte, darüber wurde am vergangenen Samstag im Rahmen einer Zukunftswerkstatt intensiv diskutiert. Insgesamt mehr als 80 Personen aus dem gesamten Bistumsgebiet haben für einen Tag auf dem Gelände der Schiffswerft Laubegast „geankert“, um sich dort, wo sonst die Dampfschiffe der Weißen Flotte fit gemacht werden, über ihre Ideen auszutauschen.

Eingeladen zu diesem besonderen Format hatte der Fachbereich Kinder und Jugend des Bistums Dresden-Meißen. „Als wir diesen Tag der Zukunftswerkstatt Ende März noch mehr gewünscht als geplant haben, waren wir unsicher, ob wir ihn mit Blick auf die aktuelle Pandemielage überhaupt würden durchführen können. Als dann die Infektionswerte in den letzten Wochen immer stärker zurückgingen und sich zugleich immer mehr Menschen zur Zukunftswerkstatt anmeldeten, war die Freude groß – zumal wir wissen, dass noch viel mehr Menschen Interesse gehabt hätten, es aufgrund anderer Verpflichtungen terminlich aber nicht einrichten konnten“, sagt Daniela Pscheida-Überreiter, Leiterin des Fachbereichs, und fügt hinzu: „Aus meiner Sicht liegt der entscheidende Mehrwert dieser Veranstaltung darin, dass sich so viele Menschen aus allen Ecken des Bistums über ihr Engagement wechselseitig kennengelernt und dabei gemerkt haben, dass sie mit ihren Themen nicht allein sind, sondern sich gemeinsam mit Vielen auf dem Weg befinden. Das ist für uns extrem motivierend und hoffentlich auch für alle, die teilgenommen haben.“

Moderiert sowie fachlich beraten wurde der Tag mit der Methode „Zukunftswerkstatt“ durch Prof. Dr. Maik Arnold und Stefan Jung von der FH Dresden. Die beiden Fachleute aus dem Bereich der Organisationsentwicklung werden nun auch die Ergebnisse dokumentieren und zu Handlungsempfehlungen zusammenfassen, die allen Teilnehmenden im Nachgang zur Verfügung gestellt werden.

Der Prozess ist damit aber nicht abgeschlossen, sondern soll vielmehr als Startpunkt fungieren. „Wir empfehlen grundsätzlich, auf Basis der Ergebnisse regionale Arbeitsgruppen zu initiieren, die dann gemeinsam weiter überlegen, was vor Ort jeweils Sinn macht. Der Fachbereich Kinder und Jugend sollte hierfür selbstverständlich seine Unterstützung anbieten. Den eigentlichen Transfer können aber nur die Aktiven vor Ort selbst leisten, die in ihrer Region verwurzelt, vernetzt und überaus engagiert sind“, resümiert Prof. Dr. Maik Arnold seine Eindrücke des Tages.

Dokumentation und Handlungsempfehlungen zur Zukunftswerkstatt sollen nach den Sommerferien vorliegen. Wer jenseits der Teilnehmenden Interesse daran hat, kann sich gern über melden.

„Ich fand es toll zu sehen, wie viele Menschen aus dem Bistum sich für die katholische Kinder- und Jugendarbeit engagieren. Wahrscheinlich ist jeder mit anderen Erwartungen nach Dresden gekommen, doch am Ende des Tages war zu spüren, dass wir alle auf demselben Schiff in die gleiche Richtung fahren. Es liegt an uns in den Gemeinden vor Ort, daran mitzuwirken, dass das Schiff nicht kentert, sondern weiter Richtung Zukunft fährt.“
(Ricarda Svarovsky, Jugendgruppe Bischofswerda und Dekanatsjugendhelferkreis Bautzen)

„Es war schön zu sehen, wie viele Menschen es doch gibt, die sich gerne und intensiv mit der Kinder- und Jugendarbeit auseinandersetzen. In einer großen Gruppe konnten wir Ideen sammeln, und jetzt ist es unsere Aufgabe, diese umzusetzen. Ich bin jederzeit erneut bereit, mich für die jüngeren Generationen einzusetzen.“
(Julius Gnauck, Jugend Schirgiswalde)

„Ich fand es sehr schön, mit so vielen engagierten Menschen in Kontakt zu kommen, die alle für die katholische Kinder- und Jugendarbeit brennen. Nun liegt es an uns, diese Arbeit weiterzuführen, indem wir in unseren Pfarreien und Gruppen unsere Vision von Kinder- bzw. Jugendarbeit herausarbeiten und gemeinsam in die Tat umsetzen.“
(Simone Gehrmann, Jugendgruppe Wilthen und Dekanatsjugendhelferkreis Bautzen)

„Der Tag war methodisch und inhaltlich sehr facettenreich, insgesamt sehr gut gelungen. Es war gut, mit vielfältigen Akteuren in der Kinder- und Jugendpastoral ins Gespräch zu kommen. Wahrnehmbar ist, gerade aus den ländlich geprägten Pfarreien, der große Wunsch nach personeller, ideeller und praktischer Unterstützung, aber auch eine große Zuversicht und ein großes Vertrauen in die junge Generation. Die Zukunftswerkstatt ist für mich ein erster Baustein hin zu einem gemeinsamen Überlegen, wie die pastorale Arbeit mit und für Kinder und Jugendliche in Zukunft aussehen kann und soll. Welche Schwerpunkte setzen wir, damit die jungen Menschen mit Christus in Berührung kommen können? Für mich ist klar: der Erkundungsprozess mit seinen Fragen ist gerade durch die Corona-Pandemie brandaktuell!“
(Matthias Demmich, Gemeindereferent Riesa und Dekanatsjugendseelsorger Meißen)

„Die Zukunftswerkstatt war für mich eine schöne Veranstaltung. Viele nette Gesichter und viele nette Gespräche. Für die Gruppenarbeit hätte ich mir gewünscht, dass mehr auf die Jugendlichen eingegangen wird und vielleicht auch alle erstmal ihre Probleme im Plenum formuliert werden, um zu wissen, was das allgemeine Ziel ist. Leider gingen bei uns in der Gruppe die Problemvorstellungen sehr weit auseinander. Dennoch war es eine gelungene Veranstaltung, und es wurde am Ende gut auf den Punkt gebracht, dass die Jugendarbeit nur mit mehr politischer Arbeit und Netzwerkarbeit eine Zukunft haben kann.“
(Clemens Kannegießer, Dekanatsjugend Chemnitz)

Fotos: Daniela Pscheida-Überreiter, Elisabeth Meuser

 

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