Menü
Bistum Dresden Meissen
30. August 2020

Was bedeutet Maria für mich in meinem Leben?

Lichterprozession und Pilgerhochamt

Zu einer Lichterprozession versammelten sich am Samstagabend in Kevelaer die Pilgerinnen und Pilger aus dem Bistum Dresden-Meißen. Die Andacht hatten die anwesenden Seminaristen vorbereitet und gestaltet. Nach dem Singen der Lauretanischen Litanei zog die Wallfahrtsgruppe mit brennenden Kerzen singend und betend um die Gnadenkapelle. Zuletzt waren alle eingeladen, ihre Kerze vor der Kerzenkapelle abzustellen und dabei zu sagen, für wen sie gerade besonders beten.

Abschließender Höhepunkt der Wallfahrt war das Pilgerhochamt am Sonntagvormittag in der Marienbasilika mit Bischof Heinrich als Hauptzelebrant. „Was bedeutet Maria für mich in meinem Leben?“ Diese Frage stellte er den anwesenden Gläubigen in seiner Predigt. „Für mich beantworte ich Ihnen die Frage in drei Bildern“, fuhr er fort.

  • Das erste Bild, auf das Timmerevers sich bezog, hängt in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden. Es ist nicht die weltberühmte Sixtinische Madonna von Raffael (1512 gemalt), sondern in einem Seitengang ein kleines, eher unscheinbares Gemälde: Es zeigt Maria sitzend, in einer Hand die aufgeschlagene Bibel, mit der anderen Hand hat sie soeben eine Seite umgeblättert; umrisshaft ist in einer Ecke des Bildes eine Taube – Bild für den Heiligen Geist – erkennbar. Marias Gesicht sei anzusehen, dass sie in das Wort Gottes verliebt ist. „Verliebt sein in das Wort Gottes – das ist eigentlich die Berufung jedes Christen“, so Bischof Heinrich. „Mir geschehe nach Deinem Wort – das muss jeder von uns täglich neu leben.“

  • Das zweite Bild ist eine Statue von Hilde Schürk-Frisch, das sich auf die Hochzeit zu Kana bezieht: Maria zeigt mit einer Hand auf die leeren Krüge, mit der anderen auf Jesus: „Was ER euch sagt, das tut!“ Bischof Heinrich: „Wir ehren Maria am meisten, indem wir dieses Wort erfüllen. Welches Glück kann darin liegen, nach Jesu Wort zu leben!“

  • Das dritte Bild: Maria hält ihren toten Sohn auf ihrem Schoß. „Da gibt es kein Wort mehr. Maria hält den Tod, den Schmerz, die Ohnmacht, die Einsamkeit, Enttäuschung, Ungerechtigkeit aus“, so der Bischof. Maria lade uns ein, zusammen mit ihr das je eigene Schicksal auszuhalten. „Maria sich anzuvertrauen, das schenkt Trost in Bedrängnis“, berichtete Timmerevers aus seiner eigenen Erfahrung mit dem Rosenkranzgebet, das er gerade zur Zeit des Lockdowns im vergangenen Frühjahr neu schätzen lernte: auf diese Weise zu beten für die jeweils anvertrauten Menschen. „Denn jemandem eine Sorge zu überlassen, das schenkt ungemein Trost. So können wir Gott und der Fürsprache Mariens unsere Sorgen und unsere Mitmenschen anvertrauen.“

Nach dem Hochamt und einer Statio an der Gnadenkapelle begann für die Wallfahrtsgruppe aus dem Bistum Dresden-Meißen die Rückreise. Im Rosenkranzgebet während der Busfahrt beten sie für die ihnen anvertrauten Menschen – und für eine gute Heimkehr.

Fotos + Text: Elisabeth Meuser


Zur Ergänzung: Links zu den Texten und Fotos der Wallfahrtstage

Bildergalerie