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Bistum Dresden Meissen
Mit Weihwasser konnten sich die Jungen und Mädchen bei der Kinderwallfahrt in Rosenthal einzeln segnen lassen. © Michael Baudisch
20. Juli 2022

„Wir alle sind Gärtnerinnen und Gärtner der Schöpfung“

700 Jungen und Mädchen kamen zur Kinderwallfahrt nach Rosenthal

Rosenthal/Kamenz. Rund 700 Kinder und Jugendliche samt ihren Begleitern haben heute bei hochsommerlichen Temperaturen an der großen Kinderwallfahrt des Bistums Dresden-Meißen nach Rosenthal bei Kamenz teilgenommen. Mit Bussen kamen sie zur Wallfahrtskirche in der sorbischen Oberlausitz. Eingebettet war die Kinderwallfahrt in die Religiöse Kinderwoche (RKW), die derzeit in der ersten Sommerferienwoche in vielen Pfarreien des Bistums stattfindet. Sie steht unter dem Thema „Geht´s noch? (Über)Leben auf der Erde“ und beschäftigt sich mit der Bewahrung der Schöpfung.

Mit Blick auf die erwarteten Temperatur-Rekorde hatten die Wallfahrtsverantwortlichen kurzfristig auf das Pilgern der Gruppen entlang der Wallfahrtswege zur Kirche verzichtet und die Teilnehmenden direkt auf das Wallfahrtsgelände eingeladen. Hier wurden die Kinder und Jugendlichen musikalisch vom Kinderchor der Gemeinde St. Gertrud aus Leipzig-Engelsdorf und einer Projektband empfangen, die sich eigens für die Gestaltung des Wallfahrtstags zusammengefunden hat.

Bischof ruft zum Einsatz für den Erhalt der Schöpfung auf

Im Gottesdienst auf der Wallfahrtswiese griff Bischof Heinrich Timmerevers das RKW-Thema auf: „Wir spüren: Etwas ist aus dem Lot. Der Schutz der Schöpfung ist wichtig, damit auch die Menschen, die nach uns kommen, auf der Erde leben können.“ Er rief die Kinder und Jugendlichen dazu auf, sich für den Erhalt der Umwelt einzusetzen. „Wir alle sind Gärtnerinnen und Gärtner im Garten der Schöpfung“, so der Bischof.

Feierlich wurde anschließend Weihwasser geweiht, mit dem sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Kreuz in die Hände zeichnen und segnen lassen konnten. „Wir alle merken zur Zeit, wie wichtig das Wasser ist“, erläuterte Bischof Heinrich den Kindern und Jugendlichen. „Wasser ist ein Segen. Die Kirche sagt, mit dem Wasser empfangt ihr das Leben, das Gott uns schenkt.“

Bitte um Frieden in der Ukraine

In den Fürbitten baten die Kinder unter anderem um Frieden in der Ukraine. Einzelne Bitten wurden dabei auf Sorbisch vorgetragen. Aufgrund der großen Hitze lagerten die Teilnehmergruppen während des Gottesdienstes vor allem am Rand der Wallfahrtswiese im Schatten von Büschen und Bäumen.

Im Anschluss an den Gottesdienst konnten die kleinen Wallfahrtsteilnehmerinnen und -teilnehmer nach einem gemeinsamen Picknick unter freiem Himmel zwischen vielen Freizeitangeboten wählen. Die Möglichkeiten reichten von selbstgestalteten Jojos oder Blumentöpfen mit Sonnenblumensamen über Walderlebnis-Exkursionen bis hin zu Tanz-Angeboten und einer Wiese mit Großraum-Spielzeug. Auch für Abkühlung war gesorgt: Ob beim Erfrischen an aufgestellten Rasensprengern, beim Ausruhen in der Wallfahrtskirche oder bei einem Besuch an der Rosenthaler Wallfahrtsquelle.

Mit einer gemeinsamen Abschlussandacht endete am Nachmittag der Wallfahrtstag. Die Kinderwallfahrt findet im Bistum Dresden-Meißen traditionell alle zwei Jahre statt und greift dabei das Thema der aktuellen RKW auf. Das RKW-Format entstand zu DDR-Zeiten und ist vor allem im Osten Deutschlands bis heute verbreitet und sehr beliebt. Von der Ostsee bis zum Fichtelberg treffen sich dabei jedes Jahr vor allem im Sommer, teilweise aber auch in den Herbstferien, katholische Jungen und Mädchen und deren Freunde in ihren Pfarreien. Bei täglich gestalteten Angeboten mit Beten, Singen, Basteln und Spielen erfahren sie dort mehr über Gott, Kirche und Glauben und verbringen gemeinsam eine gute Zeit.

Die Muttergottes von der Linde

Die Rosenthaler Wallfahrtskirche liegt im Dreieck von Kamenz, Bautzen und Hoyerswerda und gilt neben der Basilika des Benediktinerklosters Wechselburg als bedeutendster Wallfahrtsort der katholischen Kirche in Sachsen. Das Gnadenbild der Rosenthaler Wallfahrtskirche ist eine jahrhundertealte, holzgeschnitzte und bemalte Marienstatue – die „Muttergottes von der Linde“.

Text/Fotos: Michael Baudisch

 

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