Menü
Bistum Dresden Meissen
Projektplakat „Jüdische Lebensspuren in Borna“
14. Juni 2021

Katholische Gemeinde Borna beteiligt sich mit Projekt am jüdischen Festjahr

Die Auftaktveranstaltung zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ (#2021JLID) fand bereits am Sonntag, dem 21. Februar 2021, in der Kölner Synagoge statt. Denn seit dem Jahr 321 leben Jüdinnen und Juden nachweislich auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Ziel des Festjahres ist es, jüdisches Leben mit bunten und vielfältigen Veranstaltungen bundesweit sichtbar und erlebbar zu machen. Ebenso soll dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegengesetzt werden.

Gleichzeitig schauen die katholischen Christen zwischen Leipzig und Chemnitz auf ein Jahr unter dem Patronat Hl. Edith Stein, dass sie sich bei der Pfarreineugründung im Mai 2020 als gemeinsamen Namen gewählt hatten – auch im Bewusstsein einer sich daraus ableitenden gesellschaftlichen Verantwortung. Gute Gründe jedenfalls, um ihre älteren, jüdischen Glaubensgeschwister stärker in den Blickpunkt zu rücken. Deshalb beteiligt sich die katholische Gemeinde St. Joseph Borna mit dem Projekt „Jüdische Lebensspuren in Borna“ am Festjahr.

Das Projekt besteht aus zwei einzelnen Veranstaltungen und einer Einladung: Es beginnt am Samstag, dem 10. Juli, mit einem historischen Stadtrundgang, der jüdische Spuren in Borna sucht und zu den ehemaligen Wohnorten jüdischer Familien führt. Er vermittelt, mit Unterstützung von Thomas Bergner vom Bornaer Museum, Wissenswertes zu Familienschicksalen und Stadtgeschichte.

Eine Buchlesung aus „Edith Stein – Aus dem Leben einer jüdischen Familie“ mit anschließendem Gespräch am Sonntag, dem 8. August, stellt das Leben der jüdischen Philosophin und Frauenrechtlerin Edith Stein in ihren Mittelpunkt. Dieses dezentrale Patronatsfest wird von einem Open-Air-Gottesdienst im Garten der katholischen Kirche St. Joseph in Borna eröffnet. Dazu soll es auch ein Mittagsbuffet mit Kostproben aus der Levante-Küche geben. Den musikalischen Rahmen setzt das Duo Mamaliga aus Leipzig mit live Klezmer-Musik.

Neugierige sind zu beiden Veranstaltungen herzlich willkommen, weitere Informationen wegen einer möglichen Anmeldung o.ä. sind zeitnah auf der Gemeinde-Homepage unter www.kath-kirche-borna.de zu finden.

Den Abschluss bildet die Einladung zu einer städtischen Gedenkveranstaltung am Dienstag, dem 9. November, anlässlich der Novemberereignisse von 1938. Das öffentliche Gedenken an die sogenannte Reichspogromnacht und deren Folgen sowie das Mahnen vor einem neu aufkommenden Antisemitismus findet alljährlich am ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus der jüdischen Familie Rose in Borna statt. Dabei werden auch sechs in den Gehweg eingelassene Stolpersteine für durch die NS-Gewaltherrschaft ums Leben gekommene Familienmitglieder geputzt.

Mit dem Projekt soll nicht nur ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt, sondern auch das jüdische Leben in der Stadt Borna sichtbar und erlebbar gemacht sowie wieder ins Bewusstsein der Menschen gebracht werden. Außerdem wurde vor 130 Jahren Edith Stein geboren. Deshalb soll es die Möglichkeit geben, mehr von ihrer jüdischen Seite und ihren Überzeugungen (inter-religiös, pro-europäisch) zu erfahren.

Weitere Informationen im Internet unter: www.kath-kirche-borna.de und www.2021jlid.de

Philipp Ramm-Kokot

Bildergalerie